3 Monate vegan

Neues Jahr, neuer Plan: Brad und ich haben beschlossen, drei Monate vegan zu essen. Vom 5. Januar bis zum 5. April gibt es [fast] nichts tierisches auf unseren Tellern.

Folgende Regeln gelten:

  • Honig, Vitamin E aus Lanolin und ähnliche Zusatzstoffe zählen nicht als vegan, Gelatine aber schon
  • “kann Spuren von Ei enthalten” wird ignoriert
  • Vorräte und Reste, die wir zu Hause haben und die nicht problemlos bis April haltbar sind, werden noch aufgebraucht, um nicht unnötig Lebensmittel zu verschwenden
  • auch außer Haus wird vegan gegessen (Gastgeber werden rechtzeitig vorgewarnt und/oder wir bringen was mit 😉 )
  • vegan ernähren heißt nicht vegan leben: Lederschuhe und Schafmilchseife bleiben
  • Ausrutscher sind kein Weltuntergang, es soll hauptsächlich Spaß machen 🙂

Was wir uns davon erhoffen:

  • neue Rezepte und Ideen, eine Bereicherung des Speiseplans auch nach den drei Monaten
  • eine tiefergehende Beschäftigung mit Ernährung im Hinblick auf Gesundheit, Sport und Nachhaltigkeit
  • möglicherweise positive Folgen für die Gesundheit, z.B. durch den Verzicht auf Milchprodukte

Was uns am schwersten fallen wird:

  • Möhrchen wird am meisten Butter vermissen, Brad Joghurt und Milch
  • Essen gehen und Fast Food müssen wir wahrscheinlich weitgehend streichen
  • Möhrchens Geburtstagsfeier wird etwas komplizierter ausfallen

Was noch geklärt werden muss:

  • könnte ein Mangel an bestimmten Nährstoffen auftreten, worauf muss man achten?
  • wo verstecken sich tierische Produkte in scheinbar veganen Lebensmitteln? (Brot, Margarine, Brotaufstriche, Fruchtsaft)

Wir werden neu ausprobierte Rezepte und unsere Erfahrungen mit veganer Ernährung hier veröffentlichen und sind gespannt, was für Herausforderungen so auf uns zukommen werden, ob wir es schaffen, konsequent zu bleiben, und wie es uns schmecken wird 🙂

Nachdem wir über diesen Plan schon lange nachgedacht haben, haben mein Bruder und seine Frau mir schon vor knapp einem Jahr ein passendes Buch geschenkt, das ich hier kurz vorstellen möchte, weil es mir sehr gut gefällt:
Es geht um “Vegan kochen – So klappt die Umstellung” von Celine Steen und Joni Marie Newman. Neben einer ansprechenden, lockeren Aufmachung und vielen veganen Rezepten enthält dieses Buch vor allem Anleitungen, wie man tierische Zutaten in altbekannten Lieblingsrezepten austauschen kann. Natürlich macht es keinen Sinn, ausschließlich die gleichen Rezepte wie immer nur mit veganen Austauschprodukten zu kochen – das ist einerseits teuer, andererseits geschmacklich und gesundheitlich teilweise eher fragwürdig. Wenn man aber auf bestimmte Gerichte nicht verzichten will und sich vor Experimenten und einem etwas anderen Geschmackserlebnis nicht scheut, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen.

Alle möglichen Ersatzprodukte werden im Buch kurz und differenziert vorgestellt, keines davon wird als Wundermittel dargestellt sondern alle nur als Variante mit Vor- und Nachteilen. So wird beschrieben, welcher Milchersatz wo am besten geeignet ist, welcher Ei-Ersatz an welcher Stelle am sinnvollsten ist, um ein wahlweise knuspriges, fluffiges oder klebriges Ergebnis zu erzielen etc.
Das Buch ist aufgeteilt in Abschnitte, die sich jeweils mit dem Ersatz von Milchprodukten/Käse, Eiern, Fleisch/Fisch und Honig/Gelatine beschäftigen. Neben diesen Zutaten, die im Zuge der veganen Ernährung ersetzt werden müssten, geht es am Ende auch noch einmal um andere Zutaten, die zwar vegan, aber in anderer Hinsicht (z.B. für Allergiker oder aus gesundheitlichen Gründen) problematisch sind. So findet man auch Tipps, wie man Gluten, Soja, Raffinierten Zucker und Fette ersetzen kann.
Besonders spannend finde ich, dass im Buch auch viele Anleitungen zum selber herstellen von Ersatzprodukten beschrieben sind: Zum Beispiel steht drin, wie man “Butter”, “Joghurt” oder “saure Sahne” machen kann, wie man vegane Mayonnaise, Kokosmilch, Nussmark und Schokolade ganz einfach in der eigenen Küche zusammen rührt und wie man Seitan zubereitet. Neben 200 Rezepten von Eiscreme über Muffins, Kuchen, Gemüseburger bis hin zu Yucca-Pommes und Schwarzwälder “Schinkenspeck” gibt es so auch Grundanleitungen für die Herstellung von Produkten, deren Zutatenliste häufig länger als nötig ist, wenn man sie aus dem Supermarkt holt.

Schön finde ich, dass die Autoren nicht so auf Sojaprodukte fixiert sind, nicht so gut gefällt mir, dass die Rezepte ziemlich ungeordnet sind. Zum Durchblättern ist das schön abwechslungsreich, wenn man aber etwas bestimmtes sucht, dann muss man immer alle Rezepte durchschauen.

Das Buch wird in den nächsten drei Monaten sicherlich nicht die einzige Quelle für neue Rezepte sein, aber doch als Inspiration dienen 🙂

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7 Responses

  1. Musterkatze sagt:

    Ich wünsche euch viel Erfolg und guten Hunger! 😀
    Ich bin gespannt, was ihr so berichtet. Ein totaler Verzicht auf alles tierische wäre mir ein zu großer Schritt. Vor allem von Jetzt auf Gleich. Aber für Alternativen bin ich offen und bin gespannt auf eure Erfahrungsberichte und das ein oder andere Alternativ-Rezepte, die ihr hoffentlich hier veröffentlicht.
    Auf eine Party bei uns mit euch muss ich dann wohl bis zum 5.4. verzichten 😛

    • Möhrchen sagt:

      Vielen Dank, ich bin auch gespannt 😀

      Werden wir jetzt nicht mehr zu Partys eingeladen? xD Ich glaube, so kompliziert ist das alles nicht, es ist erstaunlich wie leicht es manchmal ist, vegan zu essen – oder wir bringen Verpflegung mit. Aber so oder so sind Spirituosen ja zum Glück frei von Tier 😛

      • Musterkatze sagt:

        Das muss ich mir noch ganz stark überlegen. Ihr dürft natürlich gerne kommen, wir wollen eh noch zum Siedler-Abend einladen 😉 Wir bekommen euch schon satt.
        Glück gehabt @ Spirituosen 😀

        • Möhrchen sagt:

          @Musterkatze: Es ist eigentlich eh ganz erstaunlich, wie viele Dinge/Gerichte auch einfach so vegan sind 😀 Aber sag doch einfach vorher Bescheid, ob wir was mitbringen können.

  2. Ein interessantes Projekt, und schön, wenn man es zu zweit macht! 🙂 Bin schon gespannt, was du berichtest! Was mir total abgeht, sind Sauermilchprodukte wie Joghurt, Topfen, Rahm… Milch und Obers ist ja ganz leicht zu ersetzen. Ich muss ehrlich sagen die meisten Sojaersatzprodukte schmecken mir überhaupt nicht… Auf Fleisch könnt ich noch am ehesten verzichten, aber Käse und Joghurt ist echt hart 🙁 Jetzt weiß ich schon, was ich noch ins Paket reinpack! (Das jetzt echt mal rausgehen sollt _ )

    • Möhrchen sagt:

      @Bernsteinhexe: Käse und Milch habe ich sowieso noch nie besonders viel gegessen/getrunken, deswegen hab ichs da leicht 🙂 Nur die Butter lockt mich immer wieder, und ich habe plötzlich unerklärlichen Heißhunger auf Kartoffeln mit Quark 😉
      Den Sojageschmack mag ich auch nicht so sehr, werde mich aber trotzdem noch mal durch die ganze Palette durchprobieren. Vielleicht ist es wie so oft nur eine Gewohnheitssache, und ein bisschen Abwechslung kann ja nicht schaden.
      Womit ersetzt du denn Obers (das ist Schlagsahne, oder?)?
      Ich freu mich schon auf dein Paket ^.^

      • Ich ersetze Milch mit Reisdrink, aber nur bei mir, denn meine Familie kann ich damit jagen, die finden das nur eklig 😀 Joghurt hab ich seitdem gar nicht mehr gegessen, bis auf zwei, drei Sojaghurts, die find ich aber schrecklich. Meine neueste Recherche hat ergeben, dass Ziegenmilch viel besser sein soll als Kuhmilch, angeblich auch entzündungshemmend und so. Von daher würde ich mal milchproduktetechnisch auf Ziegenjoghurt und Ziegenkäse ausweichen. Von den Ersatzprodukten halt ich ehrlich gesagt gar nix, also Soja Creme und so…Flüssiges Obers (Ja, Sahne) ersetz ich, wenns passt, durch Kokosmilch, das klappt aber nur beim Gemüsecurry. Schlagobers, also Schlagsahne brauch ich persönlich nicht zum glücklichsein. Es ärgert mich halt ein wenig, dass meine Familie so gar nicht an einem Strang zieht, vieles bei der Ernährung ist echt Gewohnheitssache, finde ich. Wenns nur nach dem Geschmack ginge, würde ich nur von Zucker leben, und das geht ja auch nicht ^^ Butter kann ich übrigens gut durch natives Kokosöl ersetzen, das ist ja im Grundzustand fest, und ich finde das schmeckt super am Brot, oder über Kartoffeln/Gemüse statt Butter.

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