Anleitung Pluderhose

Ich wollte ja einen Mehrwert bieten. Ein wildes Sammelsurium, aber dank Google vielleicht nützlich für den einen oder anderen. Nach Katzenfotos, die dieses Kriterium eher nicht erfüllen, also etwas zum Nachmachen: Schnittmuster und Anleitung für eine gemütliche Harems-/Pluder-/Aladin-Hose. Wie ein Kumpel so schön sagte: So bequem, als würde man in einem Sofa stecken.

Die angegebenen Maße passen mir (166cm groß, Kleidergröße 36-38). Wird nur dehnbarer Stoff verwendet, ist die Hose auch für größere Größen geeignet, da die Hose sehr weit ist, bei nicht dehnbarem Stoff aber besonders beim Ausmessen des Hüftumfanges gut aufpassen!
Ich als Nähanfängerin habe insgesamt ca. 1h gebraucht.

Material

  • 200 × 150cm mittelschwerer, gut fallender Stoff – kann, muss aber nicht dehnbar sein. Ich habe diese Hose sowohl aus etwas gröberem, nicht dehnbarem Baumwollstoff als auch aus dehnbarem Fleece. Letzteres ist sehr angenehm zu tragen! Man möchte sie gar nicht wieder ausziehen 🙂
  • ca. 40 x Elastischer, stabiler Jersey oder Bündchenstoff. Ein altes T-Shirt reicht meiner Erfahrung nach nicht, da es zu schnell ausleiert.
  • Gummiband/-litze, etwa 40cm
  • eine Nähmaschine, Garn, Schneiderkreide, Maßband, Stecknadeln…

Zuschneiden

Wie der Bund zugeschnitten wirst, kannst du in der Anleitung zum Foxglove-Rock bei Natron & Soda nachlesen. Nach dieser Anleitung habe ich schon mehrfach Bündchen genäht.

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  1. Skizze A: den Stoff flach auf den Boden legen, dann so in der Mitte zusammenlegen, dass ein Stoffstück von 200×75cm dabei herauskommt. Die “guten” Stoffseiten sollten dabei aufeinander liegen, also nachher nicht mehr zu sehen sein. (Rechts auf rechts).
  2. Skizze B: den Stoff nochmals in der Mitte falten, so dass das Stoffstück nun 100×75cm groß ist. Nun haben wir unten und rechts Bruchkanten (gepunktete Linie) und vier Lagen Stoff übereinander. Wenn du willst, kannst du die Lagen mit ein paar Nadeln fixieren, damit nichts mehr verrutscht.
  3. ca. 24cm von der rechten oberen Ecke entlang der 75cm-Kante abmessen und mit Kreide oder Nadel markieren. Das werden später die Löcher für die Füße.
  4. bestimme deinen Hüftumfang (genauer gesagt: den Umfang an der stärksten Stelle des Hinterns). Bei mir sind das ca. 96cm. Bei nicht dehnbarem Stoff ca. 8cm addieren, sonst passt du nachher nicht in deine Hose!
  5. diesen Umfang vierteln (bei mir also 96/4=24cm) und wie in Skizze B dargestellt an der linken Stoffseite markieren.
  6. die beiden markierten Punkte mit Kreide/Bleistift (je nach Stofffarbe) verbinden. Das kleine Stoffstück (links oben, dunkel) ist Abfall, aus dem großen Stück Stoff (rechts unten, hell) wird nachher die Hose.
  7. nah an der Schnittkante auf dem “Hosenstück” (hell) die Stofflagen mit Nadeln fixieren, damit dann beim Schneiden nichts verrutscht
  8. entlang der schwarzen Linie den Stoff zerschneiden

Nun haben wir ein einziges Stück Stoff, zusammengelegt in vier Lagen. Entferne die Nadeln wieder und klappe den Stoff einmal auseinander, so dass so etwas ähnliches wie ein großes, langgezogenes Dreieck vor dir liegt. Jetzt sind es nur noch zwei Lagen Stoff übereinander. Rechts haben wir eine Bruchkante (gepunktete Linie). (Skizze C)
Die Nadeln gar nicht erst weglegen: die brauchst du nun, um den Stoff entlang der langen schrägen Kanten zusammen zu stecken.

Nähen

  1. die offenen, schrägen Kanten sind nun also mit Nadeln fixiert. Die nähst du nun mit einem Geradstich (dehnbarer Stich, falls du dehnbaren Stoff verwendest!) etwa 1cm vom Rand entfernt zusammen (gestrichelte Linien) und versäuberst die offenen Stoffkanten neben der eben genähten Naht gleich noch mit einem Zick-Zack-Stich.
  2. nun wird das Bündchen angenäht: auch hier solltest du wieder in die Anleitung zum Foxglove-Rock bei Natron & Soda schauen
  3. nun die Fußlöcher: krempel die Hose wieder falsch herum, so dass die Nähte nach außen zeigen. Dann schneidest du den Stoff an den Fußlöchern ggf. noch einmal gerade. Nun klappst du ihn zwei mal nach innen. In den Schlauch, der dabei entsteht (s. Skizze) wird nachher der Gummi eingefädelt – achte also darauf, den Stoff breit genug einzuschlagen!
  4. nähe den nach innen geschlagenen Stoff der Fußlöcher nun mit einem geraden Stich so fest, dass du alle drei Stofflagen erwischst. Versäubert muss hier nichts werden. An einer Stelle lässt du die Naht ca. 1,5cm offen, damit du dort später den Gummi einfädeln kannst.
  5. Messe deinen Fußknöchel aus, schneide die Gummilitze auf die entsprechende Länge zu, fädle sie ein und verknote die Enden/nähe sie zusammen
  6. fertig!

Modifikationsvorschläge (nicht selbst ausprobiert)

  1. statt einem dehnbaren Bund einen nicht dehnbaren zum an den Seiten schnüren oder knöpfen
  2. Taschen aufnähen

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