E-Reader Sony PRS-T2

Eigentlich schreibe ich diesen Beitrag nur, um einen Vorwand zu haben, die selbst genähte Hülle für das Gerätchen vorzuzeigen. Die Gelegenheit will ich aber auch nutzen, euch über meine Erfahrungen mit dem E-Reader zu berichten, der mir inzwischen zu einem fast unverzichtbaren Begleiter geworden ist.

Zuerst also die Hülle: Aus vier Lagen Stoffresten, damit der Reader auch gut geschützt ist – innen zwei Lagen altes T-Shirt, außen relativ dünner simpler Karo-Stoff und dazwischen ein steifer Hosenstoff. Die äußeren und die inneren zwei Lagen habe ich jeweils zu einer Tasche vernäht, dann ineinander gekrempelt, so dass keine Naht mehr zu sehen ist (daher auch kein Versäubern nötig) und den Saum an der Öffnung nach innen geklappt. So sieht (oder sähe, wenn ich ordentlicher genäht hätte) alles perfekt aus, keine Nähte mehr zu sehen und ich bin sehr zufrieden. Auf einen Verschluss habe ich verzichtet und die Tasche stattdessen etwas überstehen lassen, da ich den Reader ohne großes Rumgefriemel und am besten mit einer Hand aus seiner Hülle holen können möchte.

Sony PRS-T2 mit selbst genähter Hülle.

Und nun zum Inhalt dieser wunderschönen Tasche:
Gekauft habe ich mir den Reader, weil ich mehrmals wöchentlich über eine Stunde in die Uni und wieder zurück fahre. Diese Zeit wollte ich nutzen – um Lesen zum Zeitvertreib ging es weniger, ich wollte gerne lernen, Paper oder andere Dokumente für die Vorbereitung irgendwelcher Vorträge lesen, Vorlesungsfolien durchgehen und Fachbücher durchstöbern. Für einige dieser Dinge eignet sich der Reader gut, für andere weniger, das habe ich schnell gemerkt.

Lernen und Vorlesungsfolien anschauen: Das funktioniert super. Da ich meine Lernzettel sowieso meist am PC schreibe, muss ich sie dann nur noch auf den Reader laden und kann sie auch auf der Fahrt zur Klausur noch mal durchgehen. Auch mit den Vorlesungsfolien klappt das, wenn sie als PDF vorliegen: Einfach die Ansicht auf “Panoramabreite” einstellen, und alles ist gut lesbar. Das umblättern dauert nur lange, falls in den Folien sehr große (was die Dateigröße angeht) Bilder drin sind. Wer das alles sonst ausdruckt, kann eine Menge Papier sparen!

Fachbücher durchstöbern: Nicht so gut geeignet. Über meine Uni kann ich mir vom Springer-Verlag eine ganze Menge E-Books zu allen möglichen fachlichen Themen herunterladen. Die dann aber auf dem E-Reader zu lesen ist nur manchmal eine Freude. Besonders kompliziert wird es dann, wenn im Buch zwischen ein- und zweispaltigem Text gewechselt wird oder die Schrift sehr klein ist. Und zum Stöbern: Ein Fachbuch liest man ja nicht unbedingt von vorn bis hinten durch. Wenn man also nur hier und da einen Absatz lesen will, dann macht sich das mit dem E-Reader eher schlecht, weil man eben nicht mal einfach schnell durchblättern kann, bis einem eine Überschrift ins Auge fällt. Dieses Problem habe ich allerdings ähnlich, nur nicht ganz so schlimm (weil das umblättern schneller geht), wenn ich mir die E-Books am PC anschaue. Bei normalen epub-Dateien geht das Umblättern übrigens schnell genug.
Für Fachbücher ist meine erste Wahl normalerweise ein gedrucktes Buch, aber dafür müssen natürlich die entsprechenden Geld- und Platzressourcen da sein.

Paper und andere PDFs lesen: Das geht mittelmäßig. Von Vorteil ist, dass man solche Paper ja normalerweise komplett liest. Problematisch wird es allerdings, wenn die Schrift zu klein ist. Theoretisch gäbe es die Möglichkeit, aus einem PDF die Schrift zu extrahieren und vergrößert anzeigen zu lassen – praktisch funktioniert das aber nur dann, wenn keine Seitenzahlen, Grafiken und (besonders schlimm) Tabellen im PDF zu finden sind. Besonders größere Tabellen bringen den E-Reader sonst manchmal zum Absturz, oder die Daten der Tabellenzellen werden wild durcheinander gewürfelt angezeigt. Daher bleibt mir meist nur übrig, das PDF so zuzuschneiden, dass wenig Rand angezeigt wird und die Schrift demzufolge gerade so noch groß genug zum lesen ist. Wenn ich den Text dann noch zweispaltig anzeigen lassen kann, dann kann man ihn meist halbwegs lesen. Ranzoomen geht ohne größere Probleme, falls der Text trotzdem noch zu klein sein sollte, ist nur nicht mehr ganz so komfortabel. Also: Es geht schon, ich mache es häufiger, und man kann sich viele Ausdrucke sparen; ich ziehe es aber vor, solche Paper am PC zu lesen.

Und am besten geht das, wofür ich ihn eigentlich gar nicht gekauft habe: Das Lesen von ganz normalen Büchern, besonders im .epub-Format. Ich liebe die klare Schrift, die Möglichkeit, die Schriftgröße einzustellen, und nicht zuletzt das geringe Gewicht des E-Readers. Ein Buch passt nicht unbedingt noch in meine ohnehin schon oft zu schwere Handtasche, der E-Reader schon. Ich kann ihn ganz locker zwischen zwei Fingern halten, ihn auf den Tisch legen ohne die Seiten offen halten zu müssen (sehr gut, wenn man nebenbei essen will 😉 ). Seit ich den Reader habe, lese ich wieder wesentlich mehr, schon allein weil ich kein gedrucktes Buch kaufen muss, das dann nicht mehr in den vollen Bücherschrank passt. Daneben nutze ich ihn häufig dafür, am PC Blogbeiträge, Wikipedia-Artikel oder Postings in Foren über Evernote zu speichern und dann mit dem Reader zu synchronisieren. Funktioniert einwandfrei.

Man hat über W-Lan auch Zugriff aufs Internet – für kurze Recherche oder einen schnellen Blick zu Facebook geht das (frisst aber Akku), mehr macht nicht unbedingt Spaß.
Apropos Akku: Da der Reader nur Strom verbraucht, wenn umgeblättert wird, hält der Akku sehr lange. Ein Monat ist denke ich realistisch, wenn man mehrmals die Woche für ne Stunde liest, ich habe ihn bisher aber immer schon früher aufgeladen. Problematisch wird es, wenn man wie ich keine ordentliche Tasche verwendet: Es schien mir, dass dann mehr als einmal etwas auf den Power-Schalter des E-Readers gedrückt hat, er ständig an und aus ging und demzufolge der Akku nach einem Tag leer war. Aber das sollte mir ja jetzt nicht mehr passieren. Eine Tasche macht auch insofern Sinn, dass die angenehm griffige Plastikbeschichtung des Readers nun nach einem Jahr intensiver und nicht unbedingt vorsichtiger Benutzung an den Ecken abgenutzt ist. Nix schlimmes, aber um weiteres Bröseln zu verhindern, werde ich ab jetzt vorsichtiger mit dem Reader umgehen.

Schön finde ich auch die Möglichkeit, den Reader zu personalisieren, indem man ein eigenes Bild drauf lädt, das angezeigt wird wenn der Reader aus ist. Eine Kleinigkeit, aber ich mag sowas. Mausis lassen grüßen 🙂

Noch ein paar Infos:

  • hat im November 2012 99€ bei ebook.de gekostet
  • Möglichkeiten der Einstellung der Ansicht: Panorama (-> Querformat), Zwei-/Dreispaltig, Blattrand beschneiden (sehr hilfreich!), Schriftgröße einstellen (funktioniert nur zufriedenstellend bei epub-Dokumenten)
  • zur Verwaltung der Bücher verwende ich das kostenlose Programm Calibre
  • berührungsempfindlich – und damit ist jede Berührung gemeint. Eine Fliege die auf dem Display landet, kann schon mal Text markieren oder umblättern 😀 Dafür kann man aber auch handschriftliche Notizen verfassen (bisher wenig genutzt; der mitgelieferte Stift ist ziemlich ungeeignet) und mit einer ganz leichten Berührung umblättern.
  • die Knöpfe am unteren Rand zeigen noch keine Abnutzungserscheinungen und haben einen angenehmen Druckpunkt
  • der Reader läuft unter dem Betriebssystem Android
  • das Wörterbuch hat mir schon oft geholfen; verfügbar sind außer mehreren Englischen Wörterbüchern auch andere Sprachen

Die technischen Daten gibts bei Sony .

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