Häkelsocken

Ich habe schon mindestens drei mal stricken gelernt… leider kann ichs immer noch nicht – oder besser nicht mehr. Geschweige denn, dass ich es mir zugetraut hätte, Socken zu stricken. Also was tun, wenn die Füße chronisch kalt sind und schöne Wolle schon da liegt? Da fand ich eine Häkelnadel…

… und wagte einen Versuch, obwohl ich die Häkel-Struktur eigentlich nicht so besonders schön finde. Am Ende bin ich mit dem Ergebnis trotzdem sehr zufrieden und habe somit Punkt 12 meines Jahresplans erfüllt, denn Häkeln ist nicht nur sehr einfach, die Socken sind auch stabiler als gestrickte, passen gut und ich habe pro Socke nur etwa 3-5 Stunden beim Fernsehen gebraucht (wieder auftrennen und neu häkeln nicht mit eingerechnet…). Außerdem hatte ich kein Problem mit verlorenen Maschen, konnte die Arbeit bei Fehlern problemlos wieder aufdröseln und der Fußform sehr einfach folgen, indem ich immer mal Maschen zu- oder abgenommen habe.

 

Variante 1

Nach einer Anleitung von Woolpedia

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Mit 100g grauer Schurwolle von Wollknoll (Dicke 3-3,5)und einer Häkelnadel der Stärke 3.

Ich wusste überhaupt nicht, wie man häkelt, bevor ich nach den Erklärungen in diesem Video begonnen habe. Der Anfang war daher auch gar nicht so einfach, die Anleitung ist aber sehr verständlich und es sind gleich beim ersten Versuch gut tragbare Socken dabei rausgekommen.

Die Socken folgen der Fußform sehr gut, da sie oval und nicht rund gehäkelt sind. Es gibt bei mir einen deutlichen Unterschied zwischen rechter und linker Socke. Nach kurzem “einlaufen” passen sie sich dann noch besser an. Die Socke auf dem Foto ist schon eine Weile getragen und deshalb nicht mehr ganz so formschön wie direkt nach dem Häkeln 😉

Meine Modifikationen der Anleitung im Video:

  • ca. Runde 4-9 gleich am Anfang: an einer Außenseite des Ovals (=die Außenseite des Fußes) pro Runde jeweils eine Masche zunehmen – so entsteht der Unterschied bei der rechten und linken Socke, sorgt für eine sehr gute Passform
  • alle Maschenangaben so verändert, dass sie gut auf meinen Fuß passen (für Größe 39 stimmen die aus dem Video aber ziemlich gut)

Diese Variante ist insgesamt mein Favorit, die nächsten Socken würde ich wieder so häkeln.
Nachtrag: Im Artikel Der Winter naht findet ihr ein zweites Paar Socken nach einer modifizierten Variante der Anleitung, mit genaueren Erklärungen wie ich sie gehäkelt habe.

Variante 2

Nach einer Anleitung von jawolle.com mit Wolle der Dicke 3,5-4,5 von Wollknoll und ebenfalls einer Häkelnadel der Stärke 3.

Das ist keine Anleitung für jemanden, der noch gar nicht Häkeln kann, aber nach dem ersten Paar Socken war ich immerhin soweit, dass ich sie grob verstanden habe 🙂

Grundsätzlich ist die verlinkte Anleitung gut so – ich fand aber die Erklärung für den Schaft ziemlich unverständlich und hab ihn deswegen simpler umgesetzt. Außerdem habe ich mit 6 statt 12 Maschen angefangen, da bei 12 Maschen etwas dabei herauskam, das definitiv keine Socke geworden wäre… lag wahrscheinlich daran, dass im Beispiel dünnere Wolle verwendet wurde.
Also, so bin ich vorgegangen (die Maschenzahlen gelten für eher schmale Füße Gr. 39):

1. Spitze

  • 6 Feste Maschen in einen Fadenring häkeln
  • 1. Runde: in jede Masche zwei neue Maschen häkeln (=Zunahme), am Ende der Runde hat man 12 Maschen
  • 2. Runde: Zunahme in jeder 2. Masche, am Ende der Runde hat man 18 Maschen
  • 3. Runde: Zunahme in jeder 3. Masche, am Ende der Runde hat man 24 Maschen
  • 4. Runde: Zunahme in jeder 4. Masche, am Ende der Runde hat man 30 Maschen
  • 5. Runde: Zunahme in jeder 5. Masche, am Ende der Runde hat man 36 Maschen

2. Fuß

Nun hat man einen Kreis, dessen Umfang etwas kleiner ist als der Umfang des Fußes. Von jetzt an wird in Spiralrunden weiter gehäkelt. Bei mir waren es etwa 28-30 Runden bis 1-2cm vor dem Beginn des Beins.

3. Fersenboden

Einfach an einer beliebigen Stelle aufhören, in Spiralrunden zu häkeln. Eine Wendeluftmasche machen und 14 Maschen wieder zurück häkeln, dann wieder eine Wendeluftmasche und 14 Maschen zurück häkeln usw. Das insgesamt 12 Reihen lang (je nach Fuß eben genau bis zum Ende der Ferse). Die letzte Reihe nur noch 12 Maschen breit häkeln (links und rechts eine weglassen). Mit einer Kettmasche enden, den Faden abschneiden, durchziehen und ggf. noch mal festknoten. Nun haben wir schon mal eine Art Pantoffel 🙂

4. Ferse

Wir beginnen nun dort, wo die Ferse am vorderen Fußstück angesetzt wurde, und zwar genau an der ersten Masche neben dem Fersenboden (3) am Fußstück (2) (der grüne Pfeil im Bild). Dort knoten wir den neuen Faden an und machen eine erste Luftmasche (wie gesagt, nicht am Fersenboden, sondern direkt daneben!). Von dort aus häkeln wir um den Fersenboden herum bis zur gegenüberliegenden Seite. Mit einer Kettmasche an der ersten Masche neben dem Fersenboden befestigen und eine weitere Kettmasche in die zweite Maschen neben dem Fersenboden machen, dann umdrehen und zurück häkeln. So etwa 7 Reihen fortfahren. Wichtig: Am Ende jeder Reihe immer an die zwei Kettmaschen denken und darauf achten, dass nicht aus Versehen Maschen zugenommen werden.

5. Schaft

Ab jetzt geht es in ganzen Runden weiter, die am Ende jeweils mit einer Kettmasche geschlossen werden. Die neue Runde beginnt dann mit einer oder mehreren Luftmaschen (eine bei festen Maschen, zwei bei Stäbchen). Ich habe den Schaft folgendermaßen gehäkelt, man kann aber auch je nach Geschmack andere Maschenformen verwenden:

  • 2 Reihen halbe Stäbchen
  • 1 Reihe feste Maschen, aber nur in die innere Maschenschlaufe einstechen
  • 1 Reihe ganze Stäbchen
  • von dort aus abwechselnd 1 Reihe feste Maschen, 1 Reihe Stäbchen

In der 3. und 5. Reihe (das sind welche mit festen Maschen) habe ich vorn in der Mitte jeweils eine Masche zugenommen. Am Ende hat bei mir die wolle nicht gereicht, da ich etwas höhere Socken haben wollte, also habe ich einfach eine neue Farbe angesetzt. Enden sollte man mit einer oder mehreren Reihen feste Maschen, die letzte Runde mit einer Kettmasche abschließen, den Faden abschneiden und durchziehen. Nun müssen nur noch die Fäden verstochen werden, dann ist die Socke fertig.

Auch hiermit bin ich zufrieden, die Socken passen aber an der Spitze nicht ganz so gut wie die anderen. Das könnte sich aber noch geben, sobald ich sie noch ein paar mal getragen habe.

Variante 3

Wer sich trotz des Videos aus Variante 1 das Häkeln nicht zutraut, kann es auch noch anders versuchen. Dafür braucht man das Strick-Ding von Prym.
Die mitgelieferte Anleitung ist ziemlich simpel und die Socken passen ganz gut, besonders die Spitze gefällt mir besser als die aus Variante 2 und ist ähnlich der aus Variante 1. Auch hier gibt es einen Unterschied zwischen rechter und linker Socke. Allerdings ist das Ergebnis wie bei gehäkelten Socken eher wenig dehnbar. Leider sind sie aber auch nicht so stabil wie die gehäkelte Variante. Sie sind zwischen den dickeren Streifen sehr dünn (siehe Foto – zwischen den Relief-Streifen verläuft immer nur ein einzelner Faden), so dass sie schon nach relativ kurzer Zeit gestopft werden mussten. Seitdem halten sie aber durch 🙂

 

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