Holzschnitzen

Das Hobby des Reenactment bringt es mit sich, viel selbst zu basteln. Und da man versucht so nach und nach einen halben (und in unserem Fall frühmittelalterlichen) Haushalt zusammenzustellen, kommt man früher oder später auch um einfachste Utensilien wie Essbesteck oder Werkzeug nicht drumherum.

Da stellt sich dann die Frage: Kaufen oder selber machen? Einfache Utensilien aus Holz erfordern nur ein paar gute Messer und etwas Geschick. Geht es dann an Keramik, Stein oder Metall, sieht das ganz schon anders aus. Aber vielleicht trau ich mich auch da irgendwann mal ran.

Werkzeug

Da ich selbst noch nicht wirklich geschnitzt habe, habe ich im Internet ein wenig recherchiert, was man denn eigentlich für Utensilien benötigt und habe mich für zwei Messer entschieden, die auch gut für Anfänger geeignet sein sollen. Ein Messer mit einer einfachen, geraden und kurzen Klinge und ein zweites mit einer stark gebogenen Klinge, das speziell zum Aushöhlen von zum Beispiel Löffeln geeignet ist.

Schnitzwerkzeug

Schnitzwerkzeug

Jetzt gibt es natürlich eine unglaubliche Masse verschiedener Anbieter von Schnitzwerkzeug, die über verschiedene Preise und Qualitäten alles bieten. Der für mich beste Kompromiss zwischen Preis und Leistung sind die Schnitzmesser der schwedischen Marke “Mora”. Da kostet ein Messer etwa 15-20 €, trotzdem liegen sie sehr gut in der Hand und sind gefährlich scharf.

Außerdem benötigt man natürlich noch jede Menge Feilen, Schleifpapier und Öl (zum Beispiel Leinöl) oder Wachs zum anschließenden Behandeln des Holzes.

Erste Schnitzergebnisse

Mein erster Schnitzversuch war eine einfache Nähnadel für grobe Strickwolle. Das war noch relativ einfach, lediglich die Öse erforderte etwas mehr Geschick. Der Löffel hat eine Ecke länger gedauert, aber schlussendlich (und nach viel Blutvergießen) ist auch hier ein benutzbares Essgeschirr entstanden.
Behandelt habe ich den Löffel mit Leinöl (mehrfach ölen, 6h warten, wieder ölen) und die Nähnadel mit Bienenwachs.
Da ich noch nicht genau weiß wie das Holz auf Öl und Wachs reagiert, habe ich einfach mal beides ausprobiert und werde jetzt schauen, was das ganze für Ergebnisse liefert.

 

2 Responses

  1. Musterkatze sagt:

    Das ist ja mal richtig cool! Wie lange hast du für den Löffel gebraucht? Der sieht echt super aus, hätte ihn mit meinen Amateur-Augen nicht für selbstgeschnitzt gehalten, bzw. dich grobmotorischer eingeschätzt .. 😀

    • Brad sagt:

      Weiß gar nicht wie lange. Aber nur ein paar Stündchen. War gar nicht so aufwendig, ist ja auch noch eine relativ einfache Form.
      Und zu dem Grobmotorisch: In dem Löffel ist eine Menge Blut eingearbeitet^^ Hab mit ganz schön die Finger dabei zersäbelt

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