Madame Nähmaschine

Ich habe in letzter Zeit ein paar Dinge genäht, die entweder
– zu langweilig sind, um einen eigenen Artikel zu rechtfertigen
– noch nicht gezeigt werden können, weil sie im Dezember noch jemanden überraschen sollen

Deshalb möchte ich heute erst einmal Madame Nähmaschine vorstellen, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre! 😉

Dieses Schmuckstück habe ich von meiner Oma geerbt. Die Nähmaschine wiegt 17 Kilogramm, nennt sich “Universal-Zick-Zack und Geradstich-Haushalt-Nähmaschine Kl. 50” und stammt aus den 60er Jahren. Der Name beschreibt sie wirklich gut: Sie kann nicht viel, das aber gut und zuverlässig, solange man sie ordentlich behandelt. Und selbst wenn nicht (ich bin nicht gerade für meine Nähkünste oder für mein großes Wissen über den Umgang mit Nähmaschinen bekannt), nimmt sie einem das nicht sonderlich übel.

Noch mein Opa hat an die Nähmaschine, die ursprünglich zum Treten war, einen Motor angebaut… der noch immer, seit bestimmt 30 Jahren, problemlos funktioniert. Ich habe an ihr – bis auf diesen Motor – noch kein Plastikteil entdeckt, was mich zuversichtlich macht, dass sie auch die gröbsten Fehler und die dicksten Stoffe überleben wird!

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Zusammen mit der Nähmaschine kam einiges an Zubehör, vor allem viele verschiedene mysteriöse Nähfüße. Bei den meisten habe ich noch nicht herausgefunden, wozu sie gut sind. Für dehnbare Kleidungsstücke habe ich mir eine Zwillingsnadel gekauft, die man ziemlich problemlos in der Maschine benutzen kann. Etwas schwer finde ich es, die richtige Fadenspannung zu finden, egal mit welcher Nadel – erstens, weil ich keine Ahnung habe, und zweitens, weil das verantwortliche Rädchen keine Skala oder Ähnliches hat. Aber mit ein bisschen Übung wird auch das besser klappen.

Naehmaschinenverzeichnis.de schreibt über diese Maschine:

Die Zickzack Altenburg ist eine sehr robuste Haushaltsnähmaschine in einem für die 50er/ 60er Jahre modernen Design. Man sieht ihr nicht an, dass sie ein Schwergewicht von 17 kg ist. Die gesamte Mechanik besteht aus kräftigen Teilen und ist für höchste Ansprüche ausgelegt. Man staunt nur, wie leicht, leise und präzise sich alles bewegt. Sie näht die beiden Grundstiche in bester Qualität. Als Tretnähmaschine im Schrank kam sie einst in den Handel, sie besitzt aber eine Vorrichtung für einen Anbaumotor. Elektrifiziert ist die Maschine zeitlos und hält bei guter Pflege ewig, nur Rost kann sie zustören.

Diese Maschine gehört in die 1. Liga und erhält auf meiner Skala von 1 bis 10: 10 Punkte.

Ich muss gestehen, dass mich diese Einschätzung doch ziemlich freut und ein bisschen stolz macht! Ich hoffe, Madame wird mich noch viele Jahre begleiten, mich immer an meine liebe Oma erinnern und viele kleine Nähprojekte möglich machen 🙂 In unserer neuen Wohnung wird sie hoffentlich einen Ehrenplatz bekommen, obwohl sie leider durch den Motor nicht mehr komplett im Tisch versenkbar ist.

Und vielleicht kann ich ja auch den einen oder die andere ermutigen, mit einem solchen Erbstück mal zu nähen – es braucht nicht unbedingt zwanzig verschiedene Stiche und viele Annehmlichkeiten, um Vorzeigbares hinzubekommen 🙂

 

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4 Responses

  1. Yessss das ist eine Nähmaschine! 😀 Ich hab mir am Flohmarkt mal eine – weil ich unbedingt mal eine dieser Marke wollte – Bernina gekauft, die so ähnlich war wie deine Madame. Damit konnte/könnte man Leder und mehrere Lagen Jeans nähen. Die Recherche hat ergeben, dass sie aus den 50er Jahren stammt. Ich glaube sie wog auch so ca eine gefühlte Tonne. XD
    40 Euro war prinzipiell ein Schnäppchen, leider war sie, und damit hatte ich gerechnet, kaputt und brauchte eine Reparatur. Dass diese 120 Euro kostet, damit hab ich nicht gerechnet. Das traurige Ende vom Lied war, dass sie nur herum stand, weil sie mir zu kompliziert zu bedienen war, und ich drauf gekommen bin dass ich niemals mehrere Lagen Jeans nähen will, und auch nicht Leder. Leder ja, aber das was ich damit vorhatte, nämlich wendegenähte Schuhe, das schafft ja auch die Bernina nicht. Letzten Endes hab ich die Maschine mit einer Freundin getauscht, die ein Messergeschäft besitzt. Bekommen hab ich ein gutes Schweizer Taschenmesser für meinen Sohn. Ende gut, alles gut! XD (Ich Nähmaschinendiva hab seit ich zu nähen begonnen habe – im Jahr 2009 – 4 Nähmaschinen gekauft. Meine erste war eine Pfaff hobby, meine zweite eine Pfaff select, meine dritte eine Janome DC4030 und jetzt hab ich eine W6. Warum soviele Nähmaschinen? Ich bin ein dummer Konsument, der niemals probenäht und niemals zufrieden ist. Nun am Ende bin ich drauf gekommen, dass ich niemals glücklicher war, als mit einer Pfaff. Aber jetzt warte ich mal ein paar Jahre, bevor ich mir schon wieder eine kaufe XD )

    • Möhrchen sagt:

      Ich hab mal gegoogelt, diese ganz alten Berninas sehen aber auch echt toll aus. Total steampunkig 😀 Ich kenne zum Glück den Komfort einer modernen Nähmaschine nicht – die von meiner Mutter, mit der ich meine ersten Nähversuche gemacht habe, ist aus der DDR und kann eigentlich nur mehr Stiche als meine, sonst nix.
      Vier Nähmaschinen in fünf Jahren ist wirklich kein schlechter Schnitt xD Ich denke, ich bleib erst mal bei meiner Madame, so viel nähe ich ja gar nicht. Und meine Oma soll damit angeblich auch Mäntel genäht haben, also schafft sie wohl auch die ganz dicken Stoffe.
      Also wenn schon wendegenähte Schuhe, dann doch auch mit Hand nähen, sonst lohnt sich doch die Mühe nicht 🙂

  2. Musterkatze sagt:

    Ein schöner Name für eine cool aussehende Nähmaschine 🙂 Ich bin schon sehr gespannt auf die angesprochenen Überraschungen und hoffe doch, dass sie im neuen Jahr hier zu bewundern sind?
    Und was dieses hier angeht – “Und vielleicht kann ich ja auch den einen oder die andere ermutigen, mit einem solchen Erbstück mal zu nähen” – fühl ich mich leicht angesprochen und da ich mit Hand nähen vermutlich nicht weit kommen werde, werde ich da bestimmt noch drauf zurück kommen 😀

    • Möhrchen sagt:

      Eine der Überraschungen hast du schon gesehen 😀 Natürlich werd ich die dann hier vorzeigen. Ich sollte sie nur vor dem Verschenken noch fotografieren 😀
      Ich würde mich sehr freuen, wenn Madame und ich dir bei deinem kleinen Projekt behilflich sein können . Mit der Hand zu nähen würde in dem Fall wirklich nicht so viel Sinn machen.

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