Masterarbeit Teil I

Vor mir liegt noch eine Menge Arbeit, aber den ersten von drei Teilen der Masterarbeit habe ich abgeschlossen. Das ist doch ein guter Anlass, eine erste Bilanz zu ziehen…

In meiner Masterarbeit untersuche ich die Vegetation von Stromtrassen in Brandenburg. Da unter den Stromleitungen keine hohen Gehölze wachsen dürfen, werden die waldquerenden Trassen immer wieder frei geräumt. So haben sich dort Heiden, Sandtrockenrasen und andere Offenland-Biotope entwickelt, die auf eine solche ständige Pflege angwiesen sind und einen einzigartigen Lebensraum für eine Vielfalt von Pflanzen und Tieren darstellen. In der Kulturlandschaft verschwinden sie wegen veränderter Nutzungsformen und -intensität zunehmend oder werden teils von Naturschutzverbänden mit viel Aufwand gepflegt. Meine Masterarbeit soll dazu beitragen, Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Trassenbetreibern und Naturschutz zu zeigen und eine Grundlage für weitere Planungen zu bieten.

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In Brandenburg gibt es nicht gerade wenige Stromtrassen, und deshalb macht die Datenaufnahme einen sehr großen Teil der Arbeit aus. Zwischen dem 15. Mai und dem 15. Juli habe ich auf 207km Brandenburger Stromtrassen (und das ist nur der kleine Teil, den ich mir für meine Untersuchungen ausgesucht habe) Biotopkartierungen gemacht. Nun folgen bis Ende August noch Vegetationsaufnahmen, und dann ziehe ich mich hinter den Bildschirm zurück. Zum Glück für mich ist dieser Sommer so schön und trocken, weshalb ich meinen Regenponcho fast immer umsonst mitgetragen habe. Ab September kanns dann meinetwegen regnen!

Insgesamt bin ich für die Biotopkartierungen über 400km über Dünen, Heide und durchs Gestrüpp gelaufen (sagt der GPS-Logger). Ich habe etwa 1800km Autobahn und Landstraße hinter mich gebracht (und dabei bin ich nur einmal geblitzt worden!) und unzählige Stunden das Brandenburger Bahn- und Busnetz getestet (übrigens: der RB19 ist der langsamste Zug Brandenburgs…).
Natürlich habe ich von all diesen Kilometern, und besonders den gelaufenen, eine Menge Eindrücke mitgebracht. Touren bei 35°C, ein schlimmes Gewitter im Freien, Tage an denen ich zu wenig Wasser mit hatte, eine Stunde hetzen, um die nächste Bahn noch zu kriegen (ich habs geschafft!), ein von Füchsen umgegrabener “Tierfriedhof”, fieser Sonnenbrand… manchmal war es wirklich nicht leicht, sich zum nächsten Schritt und zum nächsten Kilometer zu motivieren (naja – wenn ich erst mal da war, hieß es weiterlaufen oder im Wald übernachten). Aber auch jede Menge lebendige Rehe, Hasen, Eidechsen und andere Tiere aus nächster Nähe, Heidelbeeren ohne Ende, schöne Pflanzen und überraschend große Höhenunterschiede mit ungeahnten Aussichten habe ich gesehen… egal, was aus der Masterarbeit noch so wird, dafür hat es sich gelohnt!

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3 Responses

  1. Musterkatze sagt:

    Endlich wieder Fotos, und so tolle dazu! Ich möchte auch mal eine Eidechse vor die Linse bekommen. Bisher habe ich noch keine gesehen (nicht, dass ich groß gesucht hätte :D)
    Das Foto mit dem Schmetterling gefällt mir auch richtig gut, super erwischt.
    Ist schon toll, was du für Begegnungen mit Tieren erlebst, da bin ich schon ein bisschen neidisch mit meinem Bürojob g

    • Möhrchen sagt:

      Gerade vorgestern ließ sich wieder eine Eidechse fotografieren 🙂 In Brandenburg hat man echt gute Chancen, wenn man an den richtigen Stellen sucht. Ich hab auch öfter an dich gedacht, wenn ich mal wieder von Schmetterlingen umschwärmte Disteln gesehen hab… du hättest da sicher viel Spaß gehabt 😀 Irgendwann müssen wir mal zusammen los 🙂

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