Oktober: Panierter Sellerie

Das Rezept des Monats Oktober ist mal wieder etwas, wo sicher der eine oder andere die Nase rümpfen wird. Aber es ist echt lecker! Ich finde ja, Sellerie wird total unterbewertet 🙂

Es geht in diesem Fall um den Knollensellerie, der sehr vielseitig verwendet werden kann. Er gibt Suppen ein kräftiges Aroma, er kann zu Püree verarbeitet werden (das ist nicht so mein Fall, muss ich zugeben), er verleiht Gemüsebratlingen einen angenehm starken Geschmack, oder man kann aus ihm Gemüsebrühe herstellen.

Oder man paniert ihn 🙂 Dazu den Knollensellerie ungeschält in ca. 1cm breite Streifen schneiden. Dann außen die Schale abschneiden, den Sellerie noch mal abspülen und bissfest kochen.
Währenddessen alles für die Panade vorbereiten:

  • Teller 1: Vollkornmehl
  • Teller 2: verrührtes Ei
  • Teller 3: Paniermehl + geriebener Käse + viel Salz und Pfeffer

Die fertig gekochten Selleriescheiben abgießen. Wenn überhaupt nur leicht abtupfen, dann nacheinander in allen drei Panade-Bestandteilen wenden. Der Schritt mit dem Mehl ist sehr wichtig, damit die Panade gut hält! (Das ist vielleicht Allgemeinwissen, aber ich habe mich mit dem Panieren lange schwer getan, bis ich herausgefunden habe, wie mans richtig macht 🙂 )
Danach noch goldbraun anbraten und z.B. mit Kartoffeln und angebratenen Zwiebeln oder gedünstetem Gemüse genießen. Alles, was auf den Tellern von der Panade übrig bleibt, verrühren und auch anbraten – mjam!
(Warum ist es eigentlich so schwer, Essen so zu fotografieren, dass es lecker aussieht? Deshalb gibt es jedenfalls schon wieder kein Foto, obwohl der panierte Sellerie in der Realität wirklich appetitlich aussah. Echt jetzt!)

Knollensellerie hat seine Hauptsaison von September bis November, da die Knolle aber so gut lagerbar ist (auch mehrere Wochen im eigenen Kühlschrank), kann man ihn eigentlich das ganze Jahr kaufen. Für mich ist er ein typisches Wintergemüse, das die etwas magere Gemüseauswahl in der kalten Jahreszeit bereichert.

Falls man, meist im Spätherbst, frischen Knollensellerie mit Grün zu kaufen bekommt, dann sollte man zugreifen. Das Grünzeug kann man nämlich toll in vielen herzhaften Gerichten nutzen. In verschiedenen Suppen macht es sich besonders gut, aber auch in den erwähnten Gemüsebratlingen nutze ich es gerne als eine Art Geschmacksverstärker. Es hat, finde ich, einen Geschmack der irgendwo zwischen Sellerie und Petersilie liegt und ist einfach sehr aromatisch.

Da es in Supermärkten nicht so oft Sellerie mit Grün zu kaufen gibt, und man ja auch immer nur kleine Mengen braucht, hacke ich das Grün und friere es dann ein.

320Und wer enttäuscht ist, dass es im Oktober kein Kürbis-Rezept gab, dem kann ich sagen, dass es hauptsächlich daran lag, dass der Kumpel hier dafür nicht genug hergab. Ich nehme aber gerne eure Lieblings-Rezepte in den Kommentaren entgegen – vielleicht lasse ich mich ja doch noch mal dazu überreden, mein Kürbissuppen-Kindheitstrauma aufzuarbeiten ;D

11 Responses

  1. Oh ja, Sellerie ist lecker! Wobei man ihn bei manchen Dingen vorsichtig dosieren sollte, finde ich, z.B zuviel in einer selbst gemachten Gemüsebrühe schmeckt mir gar nicht. Panierter Sellerie, hierzulande im Volksmund auch “Gebackener Zeller” *g* braucht, finde ich, gar nicht vorgekocht werden. Ich panier ihn immer im Rohzustand, und im 1cm hohen Öl goldbraun rausbacken, dann ist er auch durch. (Beim Mehl musste ich grad schmunzeln, das ist in der Tat Urbestandteil *g*, aber ich hab auch oft noch “Aha-Erlebnisse” beim Kochen 😉 ) Für Kürbis-Phobiker würd ich gleich dein Rezept hernehmen, aber den Sellerie durch Kürbis ersetzen. Am besten Kürbis nehmen mit festem Fleisch, es gibt ja soviele Sorten, es ist schwer, alles durchzublicken. Im Ofen schmeck Hokkaido, den man ja echt mit Schale essen kann, gebacken. Den Kürbis einfach Küchenfertig machen, (waschen, entkernen, in Spalten schneiden) und mit einer Mischung aus 1-2 EL Öl, Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer, würzen, auf ein Backblech und ca 15-20 Minuten im Ofen backen. Butternutkürbis schmeckt, genauso zubereitet, ebenfalls super. Kürbis verträgt viel Würze, Ich mag ihn auch süß als Apfel-Kürbis-Mus (Verhältnis Äpfel Kürbis 3:1) als Kürbismarmelade mit Zimt oder exotisch mit Kokosmilch (schmeckt echt toll!) oder Kürbiskuchen, und ich freu mich grad, dass ich noch 3 Hokkaidos und einen Butternut Kürbis da hab, da werd ich uns heute einen zum Abendessen dazubraten 🙂 Du kannst auch Kürbiswürfel anbraten, nach belieben kräftig würzen, wenn du magst ein wenig Kokosmilch dazu, und dann mit bisschen gekochten Nudeln mischen, das schmeckt auch gut. Ich finde, was immer geht ist Kürbis mit den Gewürzen/Zutaten (nicht alle zusammen natürlich 😉 ): Kreuzkümmel, Ingwer, Thymian, Pfeffer, Petersilie, Kokos, Orange, Karotte. Kürbissuppe mit ein wenig frisch gepressten Orangensaft schmeckt auch gut. Das war jetzt viel Input, aber eine gute Würze macht beim Kürbis sehr viel aus!

    • Möhrchen sagt:

      Ich mag Sellerie eigentlich fast immer und in beliebiger Menge 😀 Außer, wie gesagt, in gestampfter Form als Sellerie-Brei. Das ist dann selbst für mich zu viel des Guten. Ansonsten schmecke ich ihn selten besonders stark raus, während mein Bruder schon bei ziemlich kleinen Mengen das Gesicht verzieht.

      Ich habe den panierten Sellerie einmal (aus Versehen) ohne Vorkochen gemacht und fand ihn dann doch ein bisschen zu bissfest 😉 Ich bin allerdings auch kein Fan von 1cm Öl in der Pfanne. Dann lieber vorkochen und nur ganz kurz in wenig Öl anbraten, bis die Panade hübsch gebräunt ist 🙂

      Ich kann eben nicht so besonders gut kochen, da sind solche Sachen wie das mit dem Mehl eine große Erleuchung 😀 Geht bestimmt nicht nur mir so *hoff*

      Nachdem ich jetzt so oft das Wort “Kürbis” gelesen habe, muss ich mir eingestehen, dass meine Kürbis-Phobie wohl doch noch schlimmer ist, als gedacht… also werd ich mich langsam rantasten 😀 Panierter Kürbis klingt ganz lecker und auch für Koch-Unbegabte wie mich gut machbar, das werde ich vielleicht mal versuchen. Aber möglicherweise erst nächstes Jahr – bis dahin überrede ich noch meine Eltern, Kürbisse im Garten anzubauen. Dass es so viele verschiedene Sorten gibt, habe ich dieses Jahr auch das erste Mal mit erstaunen festgestellt.
      Was du sonst schreibst ist sicher alles ganz lecker, aber für Kochen nach so ungefähren Angaben fehlt mir eindeutig das Können 🙂 Vielleicht hast du ja Lust, in deinem Blog ein oder zwei deiner Lieblingsrezepte ein bisschen konkreter vorzustellen. Ingwer und Kürbis stelle ich mir auch ganz gut vor, jedenfalls ist im Familien-Rezept (von der Seite meines Freundes) für Kürbissuppe auch Ingwer drin.

  2. Musterkatze sagt:

    Ich hätte wirklich gerne ein Kürbisrezept gehabt! Kürbis ist doch so lecker 🙂
    Da ich Kürbis mag, und Chefkoch auch, verlinke ich einfach mal die beiden Rezepte, die ich eigentlich immer zur Kürbiszeit mache.
    Kürbis-Nudelauflauf: http://www.chefkoch.de/rezepte/963331201959463/Kuerbis-Nudelauflauf.html?ID=963331201959463
    Kartoffel-Kürbis-Suppe: http://www.chefkoch.de/rezepte/1576931265202110/Kartoffel-Kuerbis-Suppe.html?ID=1576931265202110
    Ohne Ingwer und Kreuzkümmel, aber wer es mag.. vielleicht schmeckt es damit ja auch 😀

  3. Äh wo ist mein Kommentar hin, von zwischen 6. und 13. November? :/
    Ich hab übrigens oft mit bitteren Hokkaidokürbissen zu kämpfen. Wenn man danach googlet, kommt man nur auf Einkreuzungen anderer evtl. ungenießbarer Sorten, und man soll nicht von Hobbygärtnern sondern von richtigen Züchtern kaufen. Tu ich auch. Ich komm nicht drauf, woran es liegt, aber es nervt, wo ich Hokkaido doch so toll finde!
    Warum erst nächstes Jahr? Kürbiszeit hat doch gerade erst angefangen! 😀

    • Möhrchen sagt:

      Wenn man jedes Jahr neues Saatgut kauft, sollte es ja keine Probleme geben 🙂
      Ach, die ist schneller vorbei, als ich kochen kann 😉

      • Ich hab keine Ahnung wie das die Gärtnerin meines Vertrauens macht,also ob sie selbst die Samen aus paar Hokkaidos entnimmt oder Saatgut kauft. Bitterkürbis ist echt frustrierend. Wie soll man da erfolgreich missionieren? XD

  4. Musterkatze sagt:

    Gibt es denn noch ein Rezept für den November? 🙂

    • Möhrchen sagt:

      Da ich diesen Monat so gut wie nicht gekocht habe (und auch nicht mehr werde), hat das leider nicht geklappt 🙁 Mal schaun, ob ich es im Dezember schaffe. Da ständen Pastinaken auf dem Plan ^^

      • Uh mit Pastinaken hab ich nur einmal ne Suppe gekocht, fand ich jetzt aber nicht so toll, dafür muss es raffiniertere Rezepte (als Suppe und Püree) geben! Ich stell mir grad schwer vor wie man einen Monat lang nicht gekocht hat 😀

        • Möhrchen sagt:

          Ich muss auch erst noch mal nach nem Rezept suchen, Pastinaken habe ich bisher nur als Zutat in einer Blumenkohlsuppe drin gehabt (wo sie aber wirklich toll drin geschmeckt haben).

          Na ein paar mal hab ich schon gekocht, aber dann eher schnelle, altbekannte Rezepte. War einfach wenig Zeit, und Brad war immer sehr spät zu Hause – für mich halbe Portion alleine kochen ist irgendwie relativ sinnlos… Brot mit Stulle war angesagt, mit Hunger schmeckt alles 😀

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