Putzmittel selbst gemacht

Ein Blick auf die Etiketten einiger Putzmittel hat mich stutzig werden lassen: In den meisten Fällen sind die Inhaltsstoffe so simpel, dass man sie innerhalb von zwei Minuten und mit wenigen Haushaltschemikalien selbst mischen kann, wenn man auf die leuchtend blaue Farbe oder unnötige Duftstoffe verzichten kann. In anderen Fällen enthalten sie Inhaltsstoffe, mit denen ich in meiner Wohnung nicht unbedingt hantieren will. Also: einfach selber machen!

Säuren oder Alkohol einzuatmen ist so oder so nicht gesund, egal ob sie vom selbstgepanschten Reiniger oder dem Wundermittel aus der Werbung kommen. Hier gilt also: Nur so viel wie nötig verwenden und gut lüften. Handschuhe zu tragen ist nicht zwingend nötig, aber sicherlich auch nicht verkehrt. Was aber an den simplen Reinigungsmitteln, die ich weiter unten beschreibe, anders ist als an vielen gekauften: Sie enthalten keine

  • Duft- und Farbstoffe, die Allergien fördern können
  • Phosphate
  • Enzyme
  • Chlor
  • Bleichmittel
  • Erdölprodukte
  • stark verätzenden Konzentrationen von Säuren und Laugen

Wikipedia sagt zu Rohrreinigern
Diese Abflussreiniger enthalten grundsätzlich stark ätzende, alkalische Substanzen […] Anorganische Abflussreiniger gehören weltweit zu den gefährlichsten chemischen Haushaltsprodukten. Die meisten Rohrreiniger sind mit einem entsprechenden Gefahrensymbol gekennzeichnet. Die starken Laugen bergen die Gefahr ernsthafter Verätzungen an Haut und Augen, aber auch beim Verschlucken in Rachen, Speiseröhre und Magen.

Und zu WC-Reinigern
Toilettenreiniger ist eines der chemisch aggressivsten Produkte, die sich in vielen Haushalten befinden, und als solches eine häufige Ursache von Haushaltsunfällen. […] Auch gefährlich ist hier die Kombination mit chlorhaltigen Reinigern, da bei der Kombination lebensgefährliches Chlorgas entsteht. Dies kann zu einem toxischen Lungenödem führen. Ebenso kann der Reiniger die Umgebung der Toilette wie Kunststoffteile (Toilettensitz), Armaturen, kalkgebundene Steine, emaillierte Flächen oder die Zementfugen zwischen Fliesen angreifen.

Außerdem verursachen sie eine geringere Menge an Verpackungsmüll, vor allem Glas und Papier, sind günstiger und nehmen wegen ihrer vielseitigen Einsetzbarkeit wenig Platz im Schrank weg.

Grundlagen

  • Citronensäure und Essig lösen Kalk
  • Natron und Soda lösen Fett und hartnäckige Verschmutzungen
  • Alkohol wirkt ebenfalls fettlösend und verdunstet schnell

Säuren, egal ob Essig oder Citronensäure, schädigen die Lunge. Daher sollte es vermieden werden, sie sehr fein zu versprühen. Es gibt Sprühflaschen, bei denen man einstellen kann, wie fein gesprüht wird. Auch Alkohol sollte man nicht zu fein versprühen. Den Fehler habe ich mal gemacht und fühlte mich nach dem Bad putzen etwas schummrig 😉

Anleitungen

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Brennspiritus, Essigessenz, Waschsoda, Natron, Spülmittel, Citronensäure

Meine Putzmittel mische ich mir aus 6 verschiedenen Grundstoffen zusammen, die man alle günstig in der Drogerie bekommt:

  • Natron (Natriumhydrogencarbonat, NaHCO3)
  • Soda (Natriumcarbonat, Na2CO3)
  • Essig(essenz)
  • Citronensäure (ein kristallines Pulver)
  • Handspülmittel
  • Alkohol (Brennspiritus)

Zusätzlich verwende ich noch (sehr selten allerdings) Scheuerpulver.

Allen unten beschriebenen selbst gemachten Reinigern ist gemeinsam, dass man die fehlende Aggressivität, die in gekauften Putzmitteln durch hohe Säurekonzentration, Chlor o.Ä. zustande kommt, durch etwas Zeit ausgleichen kann. Bei etwas hartnäckigeren Verschmutzungen wirken 5-10 Minuten einwirken lassen schon Wunder, und wenn es ganz schlimm kommt, kann man auch mal eine bis mehrere Stunden warten. Das muss aber eigentlich nie sein. Die Wartezeit kann man gut überbrücken, indem man wahlweise etwas anderes putzt oder gemütlich einen Tee trinkt 😉

Essigreiniger

Damit putze ich Waschbecken und Flächen im Bad: Eine Mischung aus 1l Wasser, einem Schwapp Essig(-essenz) und einem guten Schuss Spülmittel. Die Mischungsverhältnisse sind nicht ganz so wichtig, es sollte wohl nur nicht zu viel Spülmittel sein.

Kalklöser

Hiermit mache ich die Dusche, verkalkte Armaturen und das Edelstahl-Waschbecken in der Küche sauber.
50-100g Citronensäure auf 1l lauwarmes Wasser, gut auflösen und in eine Sprühflasche füllen. Auf die verkalkten Stellen sprühen, etwas warten und mit reichlich Wasser abspülen. Im Gegensatz zu Essigsäure greift Citronensäure verchromte Armaturen nicht an.

Hartnäckigen Kalkablagerungen z.B. an Armaturen kann man auch mehr Zeit lassen, bis zu 12 Stunden: z.B. indem man ein Tuch mit Säure tränkt und auf der Stelle liegen lässt. Diese Methode ist natürlich nur für widerstandsfähige Oberflächen geeignet! Die Fugen von Fliesen sollte man vor der Benutzung von sauren Putzmitteln gut mit Wasser tränken und recht bald wieder gut abspülen.

Reiniger für Dusche und WC

Nach einem Tipp aus Zoras fool fashion Blog gegen Seifenreste und Kalk , der einwandfrei funktioniert:
Den oben beschriebenen Kalklöser verwenden und auf die zu reinigenden Bereiche aufsprühen. Dann Natron oder Soda darüber stäuben (Löcher in den Deckel eines Schraubglases stechen oder vielleicht einen Puderzucker-Streuer verwenden?). Dabei bildet sich Kohlensäure, die lustig schäumt. 5 Minuten warten, noch einmal Zitronensäure aufsprühen, 5 Minuten warten, mit einer Bürste nachschrubben und mit viel Wasser spülen.

Reiniger für die Küche

Ohne Dunstabzugshaube verteilt sich das Fett vom Braten ja ganz gerne mal in der ganzen Küche. Schmutzige Fliesen, Schränke und den Herd (und so ziemlich alle anderen Flächen) kann man einfach mit Sodawasser sauber machen: In warmem Wasser Soda auflösen, bis es sich etwas seifig anfühlt. Mit einem Lappen die zu reinigenden Stellen mit dem Sodawasser gut anfeuchten und 10 Minuten warten. Danach geht der fettige Schmutz wesentlich leichter ab, und schrubben bis der Arm abfällt ist Geschichte.

Klarspüler und Glasreiniger

Für die Spülmaschine, aber genauso zum Fenster- oder Spiegel-Putzen geeignet: 300ml Brennspiritus oder anderen Alkohol, 200ml Wasser, 50g Zitronensäure und einen Spritzer Spülmittel.
Ausprobiert nach einer Anleitung von langsamerleben: Klarspüler selber machen

Update: leider hinterlässt diese Variante bei mir auf dem Badspiegel manchmal weiße Schlieren. Ich vermute, dass das an der Zitronensäure liegt. Meine Alternative wird von nun an Essig mit etwas Brennspiritus und wenig Spülmittel sein (sowohl als Klarspüler als auch für Fenster und Spiegel), ich werde berichten ob es sich bewährt!

Rohrreiniger

Zusammen mit einer mechanischen Reinigung (z.B. mit dem Pömpel) vorher und/oder danach funktioniert folgende Methode ziemlich gut: Einfach Natron rein schütten, Citronensäure oder Essigessenz drüber, ein Weilchen sprudeln lassen und mit sehr heißem/kochendem Wasser nachspülen.

Schimmel-Entferner

Alkohol (mindestens 70-prozentig) verdunstet schnell und trocknet die behandelte Stelle daher aus. So wird dem Schimmel die Lebensgrundlage entzogen. Der Raum sollte gut belüftet werden, und ein Mundschutz und Handschuhe verhindern das Einatmen oder den Kontakt mit den gesundheitsschädlichen Pilzsporen. Etwas mehr könnt ihr hier lesen:
Sprühen, wischen – Schimmel weg?
Diese Hausmittel gegen Schimmel helfen wirklich

Fazit

Ich bin mit den Reinigungsmitteln, die ich oben beschrieben habe, sehr zufrieden, und finde, die wenigen Minuten, die man fürs selber mischen braucht, lohnen sich. Ich schütte keine unnützen Zusatzstoffe in den Abfluss und habe einen guten Überblick über den Putzmittel-Bestand in meinem Schrank, weil ich ja nur ein paar wenige Zutaten im Blick haben muss.

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